Giro Mostra 500 KM 2018

Mit der 1955er ACMA durch die Wallonie

Am 18.05-20.05 fand zum zweiten Mal der „Giro Mostra 500 km“ in Belgien statt. Die Veranstaltung wird unter der Leitung von Mario Zambonini, dem Präsidenten des Vespa Club Genk veranstaltet. Mario richtet im Frühjahr auch den „Mostra Scambio“ in Genk aus, den größten Vespa-Oldtimermarkt in den Benelux-Staaten.

Der Giro Mostra richtet sich an Vespafahrer aller Modelle, von Faro-Basso bis GTS. Die Startaufstellung richtet sich nach dem Baujahr der Vespa, ich startete von Platz 12.

Da im vergangenen Jahr die Strecke durch Flandern (ähnlich der „Ronde van Vlaanderen“) verlaufen war, war davon auszugehen, dass die diesjährige Route durch Wallonien führen würde.

Da ich meine Vespa 150 GS/3 nicht wie geplant fertigstellen konnte (der Teufel steckte wie so oft im Detail), musste meine 1955er ACMA herhalten. Diese hatte mich schon 2017 sicher durch Belgien gebracht und auch nach Celle begleitet – allerdings hatte der harte Einsatz seine Spuren hinterlassen und einige Reparaturen nötig gemacht. Glücklicherweise hatte ich über den Winter die Gabel überholt und die Silentgummis des Motors getauscht, musste also nur noch den Lampenreflektor tauschen und einige Kleinigkeiten instand setzen. Eine Woche vorher hatte ich sogar noch den Ersatzradhalter gekauft, den ich lange gesucht hatte. Wirklich fahrfertig war der Roller trotzdem erst am Vorabend um 23:30 Uhr. “Egal“, dachte ich mir, „es gibt einen Besenwagen!“ – also auf nach Genk.

Am Start in Genk – Automatikroller dominieren.

Nachdem wir am Freitagabend unsere Unterlagen, ein Welcome-Paket und eine Einweisung erhalten hatten („Passt auf die schlechten Straßen in Wallonien auf“), ging es am Samstagmorgen um 6:30h in Genk los. Ich hatte schon vorher mit meinen Freunden Manu und Kris vom VC Ostende verabredet gemeinsam zu fahren, so dass ich kein GPS Gerät brauchte. Ab Genk fuhren wir als Sechsergruppe ausschließlich mit Rollern zwischen Baujahr 54 und 55, wobei meine ACMA mit 160er Pinasco die kräftigste Maschine war. Das langsamste Fahrzeug war die Vespa von Paolo, dem Präsidentendes VC Ath. Auf der Graden waren 65km/h Spitze gerade erreichbar.

Unsere Route führte uns über malerische Straßen mit teils atemberaubenden Blicken durch die wunderschöne Wallonie. Ich empfand es als sehr bemerkenswert wie schön und ländlich eindicht besiedeltes Land wie Belgien sein kann. Leider verloren wir an einer langen Steigung in der Nähe der Universität Lüttich den Rest unserer Gruppe und mussten ein Stück des Weges bis Namur zu dritt und auf einer anderen Route entlang der Maas fahren. Besonders aufregend war dabei ein kurzer Ausflug auf die Autobahn, den wir einem defekten GPS-Gerät zu verdanken hatten.

  Leider entging uns nicht nur das Frühstück, sondern auch ein besonders schöner Teil der Stecke. In Namur trafen wir endlich unsere Gruppe wieder und es gab ein leckeres Nudel-Mittagessen.Weiter fuhren wir in einer Gruppe mit 8 Vespen, unseren Wideframes, einer PX und einer GTS. So ging es weiter bis zur höchsten Frittenbude Belgiens in den Ardennen. Leider begann kurz danach meine Vespa damit Schwierigkeiten zumachen: In Kombination mit meinem ausgelutschten Fahrwerk hinten und den schlechten Belgischen Straßen, vermutlich aber leider auch wegen meines schrauberischen Unvermögens, rutschte mein Vergaser innerhalb von 30 km drei Mal hintereinander vom Ansaugstutzen. Aber in den Besenwagen wollte ich nicht! Zum Glück hatte ich die Unterstützung meiner Freunde aus Belgien, die geduldig auf mich warteten und mich dazu ermutigten nicht aufzugeben. So konnte ich schließlich die letzten 100 km ohne Pannen fahren. Gegen 21:30 erreichten wir bei einbrechender Dunkelheit erschöpft und glücklich Genk, wo es ein obligatorisches Zielfoto und etwas zu trinken gab.

Am Sonntag gab es ein tolles Galadinner im M Hotel Genk, bei dem jeder Teilnehmer ein Zertifikat, ein Foto vom Start,die obligatorische Plakette und eine tolle individualisierte Strickjacke erhielt. Diese Sachen stammen alle von Willy Marguillier, einem weiteren Organisator des Giro, der mit seiner Firma MDM Partners viele Belgische Clubs mit T-Shirts, Patches, Bannern und Plaketten versorgt.

Auch wenn für mich vor allem das Ankommen zählt, halte ich es für sinnvoll im kommenden Jahr eine Wertung einzuführen. 2019 bin ich sicher wieder dabei und hoffe, diesmal nicht der einzige Deutsche  dort mit einer Schaltvespa zu sein.