Giro Mostra 500km, September 2020

Der Giro Mostra 500km stand 2020 im Zeichen des Coronavirus. Nachdem der Termin aus dem Frühjahr in den Spätsommer verschoben war, mussten wir eigentlich bis kurz vor der Veranstaltung mir der Absage rechnen.

 

Für uns, mein teurer Freund Matthis und ich, vom Schaltkreuzritter Vespa Club, war klar, dass wir den Kontakt zu unseren Mit-Vespisti auf ein Minimum reduzieren wollten. Folglich gingen wir nur zur Fahrerbesprechung, die unter freiem Himmel stattfand, und verzichteten auf das „Galadinner“ am Sonntag.

 

Für mich war es die dritte Teilnahme am Giro Mostra. Nachdem ich 2018 mit der 1955er ACMA und 2019 mit der 150GS/3 gestartet war, durfte in diesem Jahr die PX ihre Zuverlässigkeit beweisen. Für Matthias war es die zweite Teilnahme. Der Start erfolgte wie 2018 an der C-Mine in Genk, einer tollen Location, die sich auch mal für einen Tagesausflug lohnt.

 

Schon im vergangenen Jahr war mir die Strecke als „zu schnell“ vorgekommen, damit meine ich, dass die Strecke mit unseren alten Rollern in der Zeitvorgabe eigentlich nicht zu bewältigen war. Als wir beim letzten Giro Mostra im Mai 2019 gegen 21:30 wieder nach Genk zurückgekommen waren, gab es schon kein Zielfoto mehr. So waren wir froh, mit den PXen gekommen zu sein, als uns bei der Fahrerbesprechung ein 40er Schnitt empfohlen wurde. Ein solcher Schnitt ist zwar verständlich, da es im September schon relativ früh dunkel wird, für einen Oldie oder PX 125 Fahrer ist der aber nur schwer einzuhalten.

 

Die Route führte in diesem Jahr zuerst (im strömenden Regen) entlang der deutschen Grenze durch die Ardennen, anschließend zurück zur Maas (wo das Wetter sich besserte), von dort über Leuven und Waterloo wieder nach Genk. Höhepunkte der Veranstaltung waren die kurze Verpflegungspause direkt am Löwendenkmal Waterloo und die herrlichen alten Kopfsteinpflasterstraßen kurz danach.

Teilweise führte die Route durch malerische Landschaften, zum Teil wurden aber schnellere und gut ausgebaute Landstraßen befahren.

 

Ich denke, dass besonders einige lange Steigungen in den Ardennen den Oldiefahrern nur wenig Vergnügen bereitet haben dürften. Uns störte vor allem die Einsparung von Verpflegungspunkten verglichen mit den letzten Jahren. Zwischen dem Start und der Mittagspause (1 Getränk und ein belegtes Baguette pro Person) gab es nur zwei Verpflegungspausen, die erste davon elend weite 200 Kilometer und damit vier Stunden reiner Fahrtzeit vom Start entfernt. Das ist für die zahlreichen GTS Fahrer sicherlich kein Problem, für die Fahrer der alten Roller aber zu wenig.

 

Festzuhalten ist insgesamt, dass die Ausrichtung des Giro Mostra vor allem den Bedürfnissen von Moden-Vespa-Fahrern entgegenkommt und die Veranstaltung aus den vorher genannten Gründen für Schaltroller- und Oldiefahrer einiges an Attraktivität eingebüßt hat. Hinzu kommt das Startgeld von über 200 Euro und die in Belgien nicht unerheblichen Kosten für Anreise und Unterkunft. Belohnt wird man mit guter Organisation und klasse Eindrücken in einem wunderschönen und abwechslungsreichen kleinen Land mit äußerst netten Einwohnern. Insgesamt ist aber eine erneute Teilnahme zum 5-jährigen Jubiläum 2021 von unserer Seite aus fraglich.