Audax del Friuli 2018

Audax Del Friuli

Wir machten uns an einem Donnerstagabend auf den 1200km langen Weg vom Niederrhein in das nördlich von Venedig gelegene Friaul. Gegen Mittag erreichten wir den malerischen Marktplatz von Aviano, luden die Roller aus meinem VW Bus und verstauten unser Reisepäck in einem Transporter des VC Aviano.

Da die Veranstaltung im Zeichen der 50er Jahre stand, war der Marktplatz entsprechend gestaltet und auch Massimo und seine Helfer vom Vespaclub Aviano waren in der Mode der 50er Jahre gekleidet. Nach der Übergabe der Unterlagen und „Punzonatura“ unserer Roller war noch genügend Zeit um mit einigen der anderen Rollerfahrer einen Aperol zu trinken und Benzingespräche zu führen.

Die erste Etappe führte von Aviano aus uns direkt ins Gebirge. Hier rächte sich, dass ich keine Zeit mehr gehabt hatte, um die Conti Klassik Reifen von der GS gegen ordentliche Reifen auszutauschen: es hatte kurz genieselt und auf der kurvenreichen Strecke schmierten die Reifen beim Beschleunigen aus fast jeder Kurve weg. Kurz vor der abendlichen Zeitnahme mit einer 500 Meter langen No-Stop-one wurde es schon so dunkel, dass ich meine Uhr kaum noch lesen konnte – aber meine Taschenlampe aus dem Bordwerkzeug und ein Streifen Ducttape lösten das Problem. Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass die Startzeiten frei gegeben worden waren, da die Straßen von nächtlichem Regen und Tau nass waren und die Veranstalter das Risiko von Unfällen verringern wollten. Zum Glück blieb es aber den Rest des Tages trocken. Die gewählte Route  war ein Traum: Wunderschöne, kleine kurvenreiche Straßen in einer herrlichen Gebirgslandschaft, teilweise mit aufregenden Ausblicken, dazu alles sehr gut ausgeschildert, so dass wir die Karte im Roadbook in der Tasche lassen konnten. Fahrerischer Höhepunkt war eine Schotterstraße auf einem Hochplateau in 1800m Höhe – am Ende des zweiten Abends waren bis Tarvisio, 10 etwa 10km von der Österreichischen und Slovenischen Grenze entfernt. Auch kulinarisch ließ die Rally nichts zu wünschen übrig: überall wurden wir mit leckeren italienischen Speisen versorgt – die Pasta mit Ragu am Mittagessen Samstag vermisse ich noch heute. Leider führte eine Straßensperrung wegen eines Erdrutsches dazu, dass wir am Samstag keine Pässe fahren konnten und die meiste Zeit auf Landstraßen unterwegs waren – die Route war trotzdem sehr schön. Auch meine Vespa schlug sich tapfer.